‘Städter’, eine Interpretation

Aufrufe: 31

-08/2020 : ‘Städter’, bildhafte Interpretation eines Gedichtes

‘Städter’ (1914)

Die Einsamkeit des Menschen,
von Alfred Wolfenstein

Dicht wie die Löcher eines Siebes stehn
Fenster beieinander, drängend fassen
Häuser sich so dicht an, daß die Straßen
grau geschwollen wie Gewürgte stehn.

Staedter Wolfenstein

Ineinander dicht hineingehakt
Sitzen in den Trams1 die zwei Fassaden
Leute, ihre nahen Blicke baden
ineinander, ohne Scheu befragt.

Staedter Wolfenstein

Unsre Wände sind so dünn wie Haut,
daß ein jeder teilnimmt, wenn ich weine.
unser Flüstern, Denken … wird Gegröle …

Staedter Wolfenstein

 Und wie still in dick verschlossner Höhle
ganz unangerührt und ungeschaut
steht ein jeder fern und fühlt: alleine

Staedter Wolfenstein

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.