Kreativität Teil 2: Durch Assoziation, Negierung und Modifikation ungewöhnliche Fotoideen entwickeln

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: Ungewöhnliche Fotoideen selbst entwickeln

Im ersten Teil dieser Serie haben wir den Versuch unternommen, aus einem komplexen Begriff ‘greifbare’ Fotothemen zu generieren. Zur Erinnerung: Wir haben mit Substantiven gearbeitet und nutzten die Assoziationstechnik, um komplexe Leitthemen-Begriffe in fotografisch ‘handhabbare’ Themen zu überführen bzw. zu interpretieren. In diesem Teil geht es um ein ganz anderes Feld, die Vorgehensweise als solches bleibt jedoch fast gleich. Eine kleine Modifikation der Tabelle führt dazu, dass wir uns ein ganz anderes Themenfeld erschließen können. Es geht um das Problem der Erarbeitung von ungewöhnlichen! Fotoideen, z.B. wenn man ein Objekt oder ein Motiv besitzt, mit diesem arbeiten will, aber spontan keine Ideen für ein ungewöhnliches Foto hat. Diese Art der Vorgehensweise ist ganz besonders dann nützlich, wenn man mit Bildkompositions-techniken arbeitet. Das ist insbesondere in der Werbebranche sehr häufig anzutreffen. Ich persönlich halte dieses Werkzeug zum Beispiel für ein ‘Must-Have’ für Karikaturisten, mit dem man auf ganz einfache Weise richtig witzige Ideen generieren kann. Ob man das jetzt als ‘kreativen Vorgang’ bezeichnet, sei mal dahingestellt, denn so wie man mit den Werkzeugen umgeht, erinnert das eher an Schemata und Mechanik… aber das ist ein ganz anderes Thema.  Nun los …. 

Die eigenen Pfade verlassen

Ungewöhnliche Fotoideen entstehen in der Regel nie, wenn man sich auf ‘ausgetretenen Pfaden’ bewegt, sondern nur dann, wenn man die Pfade verlässt. Das ‘Pfade verlassen’ kann man ganz leicht erreichen, indem man sich von dem wegbewegt, was einem immer zuerst in den Sinn kommt. Ein möglicher systematischer Weg dazu ist die Anwendung der ‘Negierung’ , der  ‘Modifikation’ oder der ‘Eliminierung’.

Kreativ durch Negierung, Modifikation und Eliminierung

Bei der Assoziationsmethode im Teil 1 wurden bewusst nur Substantive verwendet. Wenn man aber die Technik aus dem Teil 1 beibehalten will, stellt man relativ schnell fest, das sich Substantive schlecht in weitere Substantive negieren, modifizieren oder eliminieren lassen. Die Lösung ist, das man sich auf ‘Merkmale’ (Adjektive o.ä.) eines Objektes oder Motives bezieht. Diese lassen sich nämlich ganz leicht negieren, modifizieren oder teilweise eliminieren. Um dem etwas vorzugreifen: Es kommt wieder unsere Tabelle aus dem Teil 1 zum Einsatz, jedoch mit einer gering modifizierten Vorgehensweise.

Vom Objekt/Motiv zur ungewöhnlichen Fotoidee

Ausgangspunkt ist wieder ein Objekt oder ein Motiv in Form eines Substantives. Ziel ist es, eine ungewöhnliche Fotoidee zu entwickeln, der eine Aussage hinterlegt werden kann.  Dies könnten beispielsweise Gegenstände sein wie: Wolken, Gabel, Ei, Schuh, Marienkäfer, Strohhalm, Schlüssel,..  usw.  Aber wie soll man jetzt daraus ungewöhnliche Fotoideen entwickeln können?. Das ist in der Tat ganz einfach. Starten wir beispielweise mit dem Marienkäfer und versuchen, eine ungewöhnliche Bildidee inklusive einer Aussage zu entwickeln.
 

1 Schritt: Assoziiere Merkmale! des Objektes/Motives

Als erstes schreiben wir alle Merkmale (Adjektive oder ähnliches) auf, die den Gegenstand oder das Objekt beschreiben. Wir gehen dabei direkt auf das Objekt ein und schreiben unsere Ergebnisse wieder in die grauen Felder.
Bei mir sah das in etwa so aus:



2 Schritt: negiere, modifiziere, eliminiere Merkmale des Objektes/Motives

Wir gehen wieder spaltenweise vor und versuchen jedes einzelne Merkmal zu negieren, zu modifizieren und zu eliminieren. Die Negierungen schreiben wir in Feld 1. , die Modifikation in Feld 2.  und wenn wir ein Merkmal eliminieren können, dann schreiben wir dies in das Feld 3 hinein.
In etwa so:

Merkmale negieren, modifizieren, eliminieren

Wenn man für eines der Felder keine Ideen hat, oder es nicht passt, dann lässt man es einfach leer, so wie ich es in Spalte 4 Punkt 3. gemacht habe. Das macht gar nichts.

3 Schritt : Symbolfindung/Begriffsfindung = Ideenfindung

Wie auch in Teil 1 gehen wir jetzt wieder einen kleinen Schritt zurück und versuchen spaltenweise ‘übergeordnete’ einfache Begriffe, oder Symbole zu finden und tragen sie in die blauen Ergebnisfelder ein. Bei mir selbst sind folgende Ideen entstanden:
 
Assoziationstechnik Ideenentwicklung
 
Spalte 1: Marienkäfer : fliegt auf dem Kopf:   -> witzige Bildidee zum Thema ‘Drohnen’
Spalte 2: Marienkäfer : besitzt Rechtecke:      -> witzige Bildidee zum Thema ‘Gentechnik’
Spalte 3: Marienkäfer : hat tausend Beine:    -> Bildidee zum Thema ‘Sicher ist Sicher !’
Spalte 4: Marienkäfer : keine Idee
Spalte 5: Marienkäfer : teilweise unsichtbar: -> Bildidee zum Thema ‘Ich bin dann mal weg… ‘
 

Schritt 4: Auswahl treffen, Iterieren ? Thema festlegen

Wie auch im Teil 1 werden nun alle Spalten auf fotografische Darstellbarkeit hin geprüft. Man entscheidet sich für einen der Begriffe in der blauen Zelle und geht, wenn’s gut läuft, zur ‘Ausgestaltung’ über (wird ein weiterer Beitrag im FotoCafe).
‘Iteration’ ? : Wenn das Ergebnis noch keine
Bildidee gebracht hat, startet man das Ganze einfach nochmal. Das ist doch ganz einfach, oder ? 🙂

PS: Jetzt wird auch klar, warum die Nummerierungen in den Feldern existieren, die in Teil 1 bereits angesprochen wurden. Je nach Anwendungsfall ist nämlich links ein Hinweis zu finden, was man in die Kästchen eintragen soll (Substantive, Merkmale (Adjektive), oder Verben).

Wir wünschen viel Spaß bei ‘Negierung, Modifikation und Elimination’ ….  

… und allzeit kreative Fotoideen 🙂

Das FotoCafe

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